Muay Thai

Muay Thai Boran ist die traditionelle Kampfkunst Thailands ohne den Einsatz von Waffen. Es gibt drei Epochen des Thaiboxens: die erste, in der die Kämpfer mit bloßen Händen bekämpft haben, die zweite, in der die Hände mit Baumwollstreifen oder Hanfstricken umwickelt worden sind und die dritte, heutige, in der Kämpfer Boxhandschuhe tragen. Die Boxhandschuhe dienen zum Schutz der Kämpfer – nach einem Todesfall wurden sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für Wettkämpfe vorgeschrieben.

Das besondere am Muay Thai ist, dass nicht nur mit Fäusten (und Füßen) gekämpft wird, sondern auch mit Ellbogen und Knien. Solche Attacken können deutlich kraftvoller ausgeführt werden, teilweise schon aus anatomischen Gründen: Die Muskelgruppen, die in diese Bewegungen involviert sind, sind oft stärker als die der äußeren Extremitäten. Bei fast allen Schlägen und Tritten wird der gesamte Körper eingesetzt.

Ursprünglich war es eine Kampfform die aus der Kriegskunst entstand – Soldaten und königliche Leibwächter erlernten Muay Thai (damals Muay Boran genannt) zum Schutz und zur Verteidigung neben Krabi Krabong (eine thailändische Form des Schwertkampfes). Auch die heutige Leibgarde des thailändischen Königs sind Meister des Krabi Krabong.

Später wurde Muay Thai immer mehr auch als Sport und zur Unterhaltung praktiziert. Im späten 19. Jahrhundert gewann Muay Thai als Volkssport mehr an Bedeutung, und viele Meister eröffneten eigene Schulen. Das Training war intensiv, und weit mehr als nur ein Hobby. Die Schüler und Lehrer lebten wie eine Familie zusammen, und die Schüler namen oft sogar den Namen des Training Camps als ihren eigenen Nachnamen an. Zwischen den verschiedenen Camps fanden dann Wettkämpfe statt, die vom Königshaus initiiert wurden, um die besten Kämpfer des Königreichs zu finden.

Muay Thai war damals eine Möglichkeit für einfache und mittellose Menschen es im Leben “zu etwas zu bringen”. Auch heute noch trainieren viele junge Thais aus armen Verhältnissen Muay Thai in der Hoffnung es damit zu Ruhm und (vor allem) Reichtum zu bringen, oder zumindest besser für ihre Familien sorgen zu können.

Wenige Thai Boxer werden als Athleten besonders alt – Thaiboxen ist eine sehr harte Sportart. Am häufigsten eröffnen Thaiboxer nach ihrer Karriere Muay Thai Training Camps, und unterrichten. Mit einer gut geführten Schule, die erfolgreiche Athleten hervorbringt kann man in Thailand viel Geld verdienen.

Aufgrund der Nachfrage gibt es mittlerweile auch viele Camps die Muay Thai Kurse für Ausländer anbieten. Teilweise kann man einfach ein paar Trainingsstunden nehmen, teilweise sind die Kurse ein, zwei oder mehr Wochen. Das Training ist in diesen Fällen in der Regel deutlich weniger anspruchsvoll, jedoch nichts desto trotz (sehr) fordernd, und nichts für Leute die nicht mindestens halbwegs in Form sind.

Es gibt viele Muay Thai “Stadien”, auch in Provinzen, Inseln und Dörfern, in denen Boxkämpfe ausgetragen werden. Oft sind diese Stadien nichts weiter als ein Boxring im Freien. In Bangkok jedoch gibt es zwei große Austragungsorte an denen regelmäßig Wettkämpfe stattfinden: das Lumpini Stadium und das Ratchadamnoen Stadium. Ticketpreise sind nicht günstig (meist zwischen 500 und 2000 Baht), aber sicher ein Erlebnis. Erwähnenswert ist auch noch das Channel 7 Stadium (nahe BTS Skytrain Station Mo Chit), dort finden Kämpfe statt die oft im Fernsehen übertragen werden, und der Eintritt ist kostenlos.

Andere Namen und Schreibweisen: Muay Boran, Muay Thai, Muay Thai Boran, Thai Boxen, Thai Boxing, Muaythai, Muey Thai, Muay, Dhoi Muay,

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